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Die Pölitz-Kolumne vom 19.08.2017

Ich sag´s gleich: Muttilein ist dran schuld, dass ich mein Versprechen nicht einhalten kann. Vor einer Woche hatten wir doch angefangen über die Wahlwerbung zu reden. Weil wir aber bloß SPD und CDU geschafft hatten, hatte ich versprochen, dass wir uns die anderen Parteien heute anguggen. Mein Wahlversprechen, sozusagen. Nu kann ich’s nicht einhalten. Gut, das ist jetzt für Wahlversprechen nicht ungewöhnlich. Und schuld daran ist der IS. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass wir heute, wie immer nach dem Frühstück, einkaufen gehen. Und da hatte ich mir gedacht, och, da kannste auf dem Weg zur Kaufhalle noch mal so einen Spaziergang durch Plakatistan machen, also an den ganzen Pappköppen vorbei geh... also, an den Köppen vorbei gehen, die auf den Pappen drauf sind; und dann was drüber erzählen. Aber, da hatte ich die Rechnung ohne Muttilein gemacht. „Wir gehen heute nicht einkaufen!“, hat se gesagt. Das wäre ihr zu gefährlich. Wenn dann wieder so ein Lieferwagen durch die Einkaufsstraße rast... Ich sage: „Muttilein, wir gehen doch nicht in Barcelona einkaufen.“  „Na und?“, sagtse, in Stockholm, London und Berlin wäre es auch schon passiert, dass Autos in Märkte gerollt sind. Ich sage: „Ja, Muttilein, das waren aber alles Hauptstädte!“ „Eben!“, sagte sie, Magdeburg wäre ja auch eine Hauptstadt. Die von Sachsen-Anhalt.“ Und wenn dann so ein Auto kommt, wisse man nicht, ob nun die Kaufhalle beliefert wird oder ob du jetzt geliefert bist. Deshalb wäre sie auch für ein Fahrverbot für Diesel-Autos. Ich sage: „Muttilein, erstens ist gar nicht klar, ob das in Barcelona ein Diesel war oder ein Benziner. Und zweitens: meinst du mit Elektroautos könnte so was nicht passieren?“ „Nein“, sagtse, die hätten so eine lange Strecke von 500 m gar nicht geschafft. ... "Ja, und nu?", sage ich. "Was woll´n wir denn da heute Mittag essen?" Das wäre kein Problem, sie hätte schon was telefonisch bestellt. „Wat, Essen auf Rädern“? Woher willst denn du wissen, dass der Lieferwagen, der das dann bringt, kein IS-Kommando ist, sondern wirklich von Lieferando? „Kein Problem“, sagte Muttilein. Daran hätte sie auch gedacht und deshalb was beim Inder bestellt. Und der liefert mit der Rikscha. Na, dann Mahlzeit!        

 

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