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Die Pölitz-Kolumne vom 14.07.2018

Die Nachricht der Woche lautet: Immer mehr Deutsche nehmen die abschlagsfreie Rente mit 63 in Anspruch. Leider gehört Horst Seehofer nicht dazu. Gut, er ist ja auch Bayer. Unter dem Motto: Ich bin alt und brauche das Geld, jobbt er immer noch. Und zwar als Bundesinnenminister. Dieses Amt betrachtet er als eine Art Hausmeisterposten, und kontrolliert deshalb akribisch, ob auch alle Türen der Wohnanlage BRD – Block Reinrassiger Deutscher - ordnungsgemäß abgeschlossen ist. Dazu läuft er von morgens bis abends über das Gelände und pfeift vor sich hin: „Horch, was kommt von draußen rein, Hollahi, Hollaho, wird doch wohl kein Flüchtling sein.“ Kürzlich wurde nun die Pfeif... äh, der Horst 69. Und nun bedankte er sich in dieser Woche artig für das Geschenk, das ihm seine Mitarbeiter zu seinem Ehrentag gemacht haben: 69 Flüchtlinge wurden an seinem 69. nach Afghanistan abgeschoben. Während seine Lobbyisten dem 69-jährigen Horst ein Ständchen brachten: „Und wer im Juli geboren ist, tritt ein, tritt ein, tritt ein!“, brachten seine Polizisten 69 Afghanen an den Händchen zum Flughafen und sangen: „Und wer in Kabul geboren ist, fliegt raus, fliegt raus, fliegt raus!“ Als Nachtisch dieser Geburtstagsfeier gab´s dann „Eine Leiche zum Dessert.“ Einer der Abgeschobenen hat sich nach seiner Ankunft in Kabul erhängt. Der AfD-Chor sang dann noch für ihn, also nicht für den Abgesstorb ...Abgeschobenen, sondern für den Schieber: „Horst, du hast das Schieben raus, schieben raus, schieben raus. Alles ruft Hurra! Schieber-Horst ist da.“; und wünschte ihm ein langes, langes Leben. Die Mathematiker in der Fraktion hatten nämlich ausgerechnet, wie viele Geburtstage der Horst noch haben müsste, bis auch der letzte Flüchtling abgeschoben wäre. Da aber selbst Seehofer offenbar nicht an seine Unsterblichkeit glaubt, zieht er nun durch Europa und bettelt seine Amtskollegen an, ihm doch die „Asyltouristen“, wie er sie nennt, auch außerhalb seiner Geburtstage schicken zu können. Sein Bruder im Geist, Matteo Salvini, von der fremdenfeindlichen Lega Nord in Italien ließ ihn aber abblitzen und sagte: „No, grazie, ich habe selber gerade wieder eine Ladung Menschenfleisch hereinbekommen.“ Damit meinte er die Flüchtlinge, die ein Schiff gerade im Mittelmeer gerettet hatte. Und so beenden wir diese Woche mit der Frage: Wenn Politiker Menschen in Not als „Asyltouristen“ oder „Menschenfleisch“ bezeichnen dürfen, darf man dann diese Politiker „Biomüll in Anzügen“ nennen? In diesem Sinne: Mahlzeit!

Wer nicht lesen will, kann hören
bei mdr-Radio Sachsen-Anhalt