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Das Pölitz-Frühstück vom 25.03.2017

So, Muttilein, nu isser weg. Der Gauck. Zum Abschied hat er sich noch einen blasen lassen. ... Was ist denn, Muttilein, warum guggste denn so entgeistert?.. Einen Zapfenstreich, meine ich. Das sagte man doch so, bei einem Blasorchester. Wäre es ein Streichorchester gewesen, hätte in der Zeitung gestanden: Gauck hat einen streichen lassen.“ Das hätte auch nicht besser geklungen. Viel wichtiger ist doch aber, was er sich für Musik ausgesucht hatte. Der Zapfenstrich ist ja so was wie „Wünsch dir was“ für Politiker.  Das ist ihre letzte Botschaft ans Volk. Ich mache bloß mal ein paar Beispiele: Helmut Kohl ließ seinerzeit spielen: „Nun danket alle Gott.“ Also ihm. Gerhard Schröder hatte sich bei seinem Abtritt das Schlaflied „Summertime“ gewünscht. Sehr passend. Unter ihm als Kanzler war der sozialdemokratische Gedanke endgültig entschlummert. Und dann machte er sich unter den Klängen von „My way“ auf den selbigen als Gasmann zu Putin. Als Horst Köhler den Schlüssel von Schloss Bellevue unfreiwillig abzog, bekam er den Blues. Den “St. Louis Blues”. Darin heißt es: “Ich packe meine Koffer und mache mich aus dem Staub.“ Und zwar aus dem, den er aufgewirbelt hatte mit der Wahrheit, dass die Bundeswehr zur Sicherung der wirtschaftlichen Interessen Deutschlands unterwegs sei. Und der von und zu Lügenberg... äh, Guttenberg ließ „Smoke on the Water“ von Deep Purple“ als Botschaft spielen. Und die lautete: Wenn sich der Rauch verzogen hat, stehe ich wieder auf der Matte. Und das war keine Lüge. Es hat kürzlich diesbezüglich schon ein Gespräch mit CSU Generalsekretär Scheuer in München gegeben. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Zurück zu Gauck! Was wollte er uns mit seiner Musikauswahl sagen? Zuerst „Eine feste Burg ist unser Gauck ... äh, Gott“, heißt übersetzt: „Ich war ein toller Hecht“. Es folgte musikalisch formuliert der eigentliche Grund, warum er nicht noch mal an- sondern abtritt: „Über sieben Brücken musst du gehn“. Das sagte sein Zahnarzt, wenn Joachim den Mund weiter aufreißen wolle. Da er aber offenbar Schiss vor der Behandlung hatte, gab Gauck lieber dann doch gesundheitliche Gründe an, aus denen er geht. Und dann folgte noch das Lied „Freiheit, die ich meine“.  Ein Lied, dass bei Wikipedia den „Vater-lands-, Helden-, Kriegs-, und Siegesliedern zugeordnet wird. Darin heißt es: „Für der Väter Gruft / Für die Liebsten fallen, / Wenn die Freiheit ruft. Das ist rechtes Glühen / Frisch und rosenroth; / Heldenwangen blühen / Schöner auf im Tod..“ Nun wissen wir, welche Freiheit Gauck meinte. Die Freiheit, bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr zu fallen. Damit hat er noch einmal seiner Meinung: „Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksselige Gesellschaft schwer zu ertragen,“ musikalisch Ausdruck verliehen. Und nun sind alle erst mal froh, dass der Steinmeier Bundespräsident geworden ist und nicht etwa der Schorlemmer. Bei dem wäre zu befürchten gewesen, dass bei seinem Abschied dann „Kleine weiße Friedenstaube“ hätte gespielt werden müssen. Bei Steinmeier dagegen wird das einfacher. Dessen Lieblingslied ist: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud.“ Und mit dieser Suche ist er dann erst einmal fünf Jahre ausreichend beschäftigt. Falls ihm keiner vorher sagt, dass der Sigmund schon seit 1939 tot ist.

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mdr1 Radio Sachsen-Anhalt

 
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