Neu aufgeregt

Aus der PREMIEREN-Rezension von Rolf-Dietmar Schmidt in der Magdeburger Volksstimme:

" 'Solche Frauen braucht das Land', möchte man rufen. Dann wäre vielleicht vieles in unserem Land in jüngster Vergangenheit besser gelaufen als bisher!"

"So klingt auch die selbstbewusste Verkündigung der Kabarettistinnen Marion Bach und Heike Ronniger in der „Magdeburger Zwickmühle“ am Mittwochabend in ihrem Programm „Neu aufgeregt“. Gleich von der ersten Sekunde an zeigen sie mit einem politischen Rundumschlag durch Land,
Bund und Welt als dem großen Katz-und-Maus-Spiel von Politik und Volk klare Kante: Wir sind nicht länger gewollt, als Maus zu enden."

" 'Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben …', fragen sie doppeldeutig, um dann klarzustellen, dass es um ein politisches Verhältnis zu den Geschehnissen in diesen bewegten Zeiten geht."

"Doch mit der „neuen Aufgeregtheit“ räumen sie unter der Regie von Matthias Brenner kräftig mit der männlichen Larmoyanz zu Frauen und Politik auf. Aber nicht nur das. Die beiden Kabarettistinnen verlassen ausgetretene Pfade des politisch-satirischen Kabaretts und durchmischen das Programm
mit recht unterschiedlichen, aber höchst unterhaltsamen Momenten." 

"... ein Programm, das unterhaltsam wie eine Show ist, ohne den politisch-satirischen Inhalt zu vernachlässigen."

"Die Musik ist ... ein tragendes Element. Das liegt in der Natur der Sache, ist doch Marion Bach eine ausgebildete Sängerin. Doch Heike
Ronniger hält da kraftvoll erfolgreich gegen. Oliver Vogt, der alternierend mit Christoph Deckbar das Klavier bedient, steht den beiden Protagonistinnen in nichts nach. Zwar halten sich seine Textbeiträge in Grenzen, aber dafür zeigt er sich bei den unterschiedlichen Musikstücken nicht nur als sehr einfühlsam, sondern beweist ..., dass ein Kabarettpianist auch bei Klassikern die schwarzen und weißen Tasten beherrscht.".

"Letztlich kommen die Künstlerinnen dann aber doch zu dem Schluss, dass Selberdenken wohl das Beste sei."

"... die Akteure legen passgenau die Finger in die Wunden dieser Zeit."

"Es ist diese Mischung aus ernsten und überdrehten Szenen, zusammen mit unglaublicher Spielfreude und einer höchst geschickten Regieleistung, die diesen Kabarettabend so unterhaltsam gemacht hat."

 

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