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Die Pölitz-Kolumne vom 23.09.2017

Na, Sie kommen gerade richtig. Muttilein hat eben die Post reingebracht. Und wie ich die so durchgugge, denke ich: Hoi! So viel haste doch gestern gar nicht getrunken. Ich lese den Absender noch mal. Aber, nee, es stimmt. Angela Merkel hat uns geschrieben.“ „Woher hat denn die unsere Adresse?“, fragt Muttilein. „Na“, sage ich, "die wird ihr der de Maiziere beschafft haben. Als Innenminister hat der doch beste Beziehungen zu den Einwohnermeldeämtern. Da wird der sich im Nebenjob bissel was dazuverdienen als Adressenhändler. Die müssen doch alle sehen, wo se bleiben. Und in der Autobranche war vielleicht nichts mehr frei. Lass uns mal guggen, was se schreibt": „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, am kommenden Sonntag ist Bundestagswahl. Sie entscheiden darüber, wie die Zukunft für Sie ganz persönlich und für unser Land gestaltet werden soll.“ Also, da geht’s doch schon los!Bundestagswahl und Zukunft, das schließt sich doch schon aus. Nach jeder Bundestagswahl ging es doch bisher irgendwie eher in die Vergangenheit zurück. Mal in die Sklaverei mit Leih- und Zeitarbeitern, die ihrem Sklavenhalt...also ihrem Verleiher schutzlos ausgeliefert sind. Oder ins Mittelalter durch die Wiedereinführung der Wegelagerei. Oder Maut, wie das jetzt heißt. Und nach der nächsten Wahl, fürchte ich, geht’s wieder zurück auf die Zeit um 1933. Dann wird Deutschland bald nicht mehr aus Bundesländern bestehen, sondern aus Gauen. Die Abkürzung ist dann nicht mehr BRD, sondern LPG: Letal Patriotisches Gauland, das stolz auf die Taten seiner Soldaten von 1914 bis 1945 sein soll. Und deshalb schreibt die Frau Merkel: „Deshalb wollen wir die richtigen Weichen für die Erfolge von morgen stellen.“  Ja, wenn´s um Weichen geht, dann hätte sie den Brief an die Deutsche Bahn schreiben sollen und nicht an uns. Und dann schreibt se, worum es ihr eigentlich geht: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben – darum geht es mir. Mit „wir“ meint sie wahrscheinlich sich und ihre CDU. P.S. „Sprechen Sie daher bitte auch mit ihren Verwandten und Freunden“. ... Was sagste, Muttilein? ... Viele von denen fragen sich, ob wir überhaupt eine Wahl haben? ... Na klar haben wir eine Wahl. Morgen können wir wählen. Zumindest ob wir schon früh um sechs nach achte ins Wahllokal gehen, oder erst abends um acht vor sechse. In diesem Sinne: Mahlzeit!

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