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Die Pölitz-Kolumne vom 28.12.2018

Des Jahres letzte Stunde                          
Naht sich mit jedem Schlag.                    
Zeit für die letzte Kunde,                         
Die ich zu Ihnen trag.                                
Mir kamen aus dem Munde                      
Satirische Befunde.                                    
Was ernst sich nimmt, wird oft skurril,
Wird es zu der Satire Ziel.                                                                  

Satire ist, wenn es gelingt,
Dass man jemanden unbedingt
Darüber zum Lachen bringt,
Worüber er sonst müsste weinen.
Satire ist die Macht der Kleinen,
Sich zu erwehr´n der Macht der Großen.
Sie zeigt die Macht in Unterhosen.
Die verhält sich heute leider,
Wie bei des "Kaisers neue Kleider".
Satire ist das kleine Kind,
Dem auffällt, dass der Kaiser spinnt.
So lachten wir in einundzwanzig Jahren
Auf dieser Welle über manch' Gebaren.
Wir lachten über CD- und auch CSU,
So, wie den Wahn bei mancher Kuh,
Wir lachten über die Deutsche Bahn,
So, wie den Papst im Vatikan,
Wir lachten über die Bankersippe,
So, wie über die Schweinegrippe.
Über die Spendenskandale,
Wie über das Wahlkampfgeprahle.
Über die Linkerei
In der Linkspartei
Über Merkels-Delolleté
Und die SPD.
Und stellten fest jedoch:
Ob unter Merkel, Kohl, ob Schröder:
Nichts wurde besser, sondern ... Söder
Fehlte da grad noch, bei dem sogar die Bayern
Nun reihenweise reihern.
Außer Spesen nichts gewesen.
Das kann man schon bei Kästner lesen,
Als er einstens aufgeschrieben:
"Fast alles hat sich geändert,
Und fast alles ist sich gleich geblieben."
Und wenn man durch Zitate schlendert,
Das alte Sprichwort auch nicht log:
Es wechseln nur die Schweine, nie der Trog.
Auch die "Gebrüder Blattschuss" formulierten unbequem:
Und sangen: "Das liegt alles am System. 
Das ist so krank wie meine Leber", heißt's da barsch.
Wenn es so weitergeht ist alles bald im ...
Moment ist es nicht abzusehn,
Wie es mit uns wird weiter geh'n.
Die Menschheit wird einfach nicht weiser.
Der kalte Krieg wird wieder heißer.
Und ob nun Karrenbauer, Merz, ob Spahn,
Verbesserung für uns wird sich nicht nah'n.
Nur für die Lobby und deren Interessen.
Solange wir brav halten uns're Fressen;
Und die Schuld nur denen geben,
Die selber auf der Suche
Nach einem bessren Leben;
Und hören hier nun nur Gefluche.
Weil sie gefloh'n aus einem Sauland
Stranden sie nun hier in Gauland.

Darum lasst uns alles wagen,
Nimmer rasten, nimmer ruhn.
Nur nicht dumpf so gar nichts sagen.
Und so gar nichts woll'n und tun.
Das hat mit achtzehn Jahren
Karl Marx einst formuliert.
Und ich will offenbaren,
Das hat mich inspiriert.
Für alle die Befunde,
Die ich zu dieser Stunde
Allwöchentlich serviert.

Nun kommt zur Jahreswende
Der Schluss, doch vor dem Ende
Will ich allen, die mir ungestört
Oder manchmal auch empört,
All die Jahre zugehört,
Noch ein "Danke" sagen.
Im Namen auch von "Muttilein"
Sie hat's mir aufgetragen,
Weil sie nicht mehr dabei kann sein,
Wie einstens in der Frühe.
Um diese Zeit hat sie zu tun mit Braten, Kraut und Brühe.
Doch lässt auch ihr der Abschied keine Ruh',
Sie steckte mir soeben einen Zettel zu;
Und husch, schon war sie wieder fort.
So hat nun also "Muttilein" das letzte Wort:
Auf ihrem Zettel, da tut stehn:
"Auch für das Jahr Zweitausendneunzehn
Gilt: Der alte Brauch wird nicht geknickt,
Bei Regen wird im Saal ge..feiert."
Muttilein, was soll denn das? ...
Was? ... Ach, ich die falsche Seite las.
Dann dreh ich das Papier jetzt um.
Da steht: "Und tut es auch ganz dicke kumm,
Die Hoffnung ist als Letztes futsch.
In diesem Sinne: Guten Rutsch!

Wer nicht lesen will, kann zum letzten Mal hören 
bei mdr-Radio Sachsen-Anhalt

 

 
 
 

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