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Die Pölitz-Kolumne vom 18.11.2017

Tja, das war eine Woche mit X. Nämlich - Nix! Ich meine, was juckt es „Siemens“, wenn 6900 Beschäftigte gegen die Streichung ihrer Arbeitsplätze protestieren? - nix. Was ist vom Versprechen des Konzerns zu halten, die Streichung werde sozialverträglich geschehen? – nix, denn ein Konzern hat bekanntermaßen eine Sozialverträglichkeitsallergie. Denn was brachte es den Beschäftigten, wenn der Umsatz bei Siemens gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent, auf 83 Milliarden, gesteigert werden konnte? – nix. Weil, das Kapital einen Horror hat vor zu kleinem Profit. Und vier Prozent sind ein kleiner Profit. Der Whistleblower Karl Marx hat ja das Kapital schon lange verpetzt und ausgeplaudert, dass es, um größeren Profit zu machen, alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß stampfen muss. Alles andere hilft nix. So gesehen, sind die Unternehmer heute die einzig wirklichen Marxisten. Die wenden seine Erkenntnisse erfolgreich an. Wir haben ja auch 40 Jahre lang Marx lesen müssen, müssen uns aber heute fragen: Was haben wir daraus gelernt? – nix! Im Moment haben wir ja nicht mal eine Regierung. Aber das macht auch nix. Belgien war sogar schon mal 541 Tage ohne Regierung. Geschadet hat´s dem Land nix. Wir haben zwar eine Regierung gewählt, aber gebracht hat´s nix. Jetzt machen die schon seit vier Wochen Sondierungsgespräche. Aber es wird nix. Wie denn auch? Man stelle sich vor: Kannibalen und Vegetarier sitzen an einem Tisch und sollen sich auf ein gemeinsames Ziel ei-nigen. Wie soll das aussehen? Die Kannibalen bringen die Vegetarier dazu, nur noch fleischfressende Pflanzen zu essen. Im Gegenzug essen die Kannibalen, dann nur noch pflanzenfressende Vegetarier, oder wie? Das bringt doch nix. Solange es in den Gesprächen nicht darum geht, Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden, sondern nur von den deutschen Parteien, wird das nix. Und die Formulierung vor der Presse: „Ab jetzt kann es nur noch aufwärts gehen.“, bedeutet nichts anderes, als: „Im Moment sind wir ganz unten.“ Nix Neues. Denn das erinnert verflixt an ein anderes Zitat: „Vorwärts immer – rückwärts nimmer.“ Aber geworden ist das dann auch nix. Na, dann Mahlzeit!

 

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